Aktuelles | Impfungen

Impfungen

Nationale Bestimmungen bezüglich Pferdegrippe …

Im ersten Halbjahr 2006 (Jänner bis Juni 2006) wird, falls bei einer Pferdepasskontrolle keine Auffrischungsimpfung im 6-monatlichen Intervall vorgefunden wird, eine Verwarnung in den Pferdepass eingetragen. Sollte sich bei einer neuerlichen Kontrolle zeigen, dass keine neue Impfung gemacht und eingetragen wurde gibt es die gelbe Karte. Ab 01.07.2006 gilt dann auch in Österreich die 6-monatliche Boosterimpfung als Verpflichtung.

 

Internationale Bestimmungen bezüglich Pferdegrippe …

Ab 01.01.2006 gilt international: Impfungen Grundimmunisierung und Boosterimpfung in einem 6-monatlichen Intervall. Ansonsten wird laut FEI – Reglement bestraft.

 

Zusammengefasstes Impfschema für Pferde

TETANUS

Grundimmunisierung
1. Impf. nach dem 3. bzw. ab dem 6. LM*
2. Impf. 4 – 8 Wochen nach 1. Impf.
3. Impf. 1 Jahr nach 2. Impf.
Wiederholungsimpfungen in Abständen von 24 Monaten

TOLLWUT

Grundimmunisierung
1. Impf. nach dem 3. bzw. ab dem 6. LM*
Wiederholungsimpfungen in Abständen von 12 Monaten

PFERDE-INFLUENZA

Grundimmunisierung
1. Impf. nach dem 3. bzw. ab dem 6.LM*
2. Impf. 4 – 8 Wochen nach 1. Impf.
3. Impf. 6 Monate nach 2. Impf.
Wiederholungsimpfungen in Abständen von 6 Monaten (bis max. 9 Monaten)

EQUINE-HERPES-INFEKTION

Grundimmunisierung
1. Impf. nach dem 3. bzw. ab dem 6.LM*
2. Impf. 4 – 8 Wochen nach 1. Impf.
3. Impf. 6 Monate nach 2. Impf.
Wiederholungsimpfungen in Abständen von 6 Monaten

* für Fohlen, deren Mütter zur Zeit der Trächtigkeit keine ordnungsgemäße Impfung erhalten haben, empfiehlt sich die Grundimmunisierung nach dem 3. Lebensmonat zu beginnen.

 

Tetanus, Tollwut, Pferdeinfluenza und die Equine-Herpesvirus-Infektion …

lassen sich durch rechtzeitige Impfungen verhüten. Jedes Pferd sollte daher über einen frühzeitigen und vollständigen Impfschutz bezüglich dieser Erkrankungen verfügen.

 

Tetanus = Wundstarrkrampf

Tetanus ist eine schnell bis sehr schnell verlaufende Erkrankung des Zentralennervensystems (ZNS), die durch eine Vergiftung mit dem Tetanustoxin verursacht wird. Dabei dringen Tetanussporen (Clostridium tetani) über eine Wunde in den Organismus ein. Schließt sich die Läsion nach außen ab, so dass es zu sauerstoffarmen (anaeroben) Verhältnissen kommt, keimen die Sporen aus und entwickeln sich zu Stäbchenbakterien, die anschließend das Toxin bilden.
Die Erreger sind weltweit verbreitet (ubiquitär) und sind häufig in versporter Form im Boden zu finden. Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch einen Dauerkrampf der Muskulatur. Dabei entsteht z.B. die typische sägebockartige Stellung.
Beim Pferd verläuft die Erkrankung sehr häufig tödlich. Eine (in jedem Fall sehr kostenintensive) Behandlung hat in der Regel nur bei unvollständig entwickeltem Krankheitsbild Aussicht auf Erfolg. Deshalb ist eine vorbeugende (prophylaktische) Schutzimpfung zwingend notwendig (siehe Impfschema).
Bei neugeborenen Fohlen, die nicht ausreichend Erstmilch (Kolostrum) erhalten haben oder die von nicht geimpften Müttern stammen, ist eine passive Impfung mit Tetanus-Immunserum wichtig. Eine passive Schutzimpfung ist auch immer bei verletzten ungeimpften Pferden dringend geboten.

 

Tollwut

Die gefürchtete Tollwut ist eine tödlich endende, virusbedingte Erkrankung des Zentralennervensystems (ZNS). Sie kommt beim Menschen, theoretisch bei allen Säugetieren und bedingt auch bei Vögeln vor und wird mit dem infektiösen Speichel meistens durch Bißverletzungen übertragen. Die Zeit zwischen Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen (Inkubationszeit) schwankt in der Regel zwischen 14 und 60 Tagen (in Ausnahmefällen sogar zwischen 1 Woche und weit über 6 Monaten).
Der klassische Tollwutverlauf (die sog. rasende Wut) umfasst drei Stadien. Die ½ bis 3 Tage dauernde Frühphase (Prodomalstadium) ist gekennzeichnet durch ein verändertes Verhalten wie z.B. Schreckhaftigkeit, Unruhe, Scheu, Zuckungen und Juckreiz. Das anschließende Erregungsstadium (Exzitationsstadium) wird mit gesteigerter Unruhe und Aggressivität wie z.B. Beißen und Schlagen beschrieben. Zum Schluß führt das ca. 3 bis 4 Tage vor dem Tode eintretende Lähmungsstadium (Paralysestadium) zu Schluckbeschwerden, Speichelfluß, Stimmveränderung, Nachhandlähme bis hin zum Festliegen.
Beim Pferd dominiert jedoch häufig die sog. stille Wut, bei der das 2. Stadium fehlt und das Krankheitsbild durch Lähmungserscheinungen beherrscht wird.
Die Tollwutprophylaxe (siehe Impfschema) erfolgt mit den heute gut verträglichen Impfstoffen. Die Impfung schützt nicht nur vor der Erkrankung des Pferdes, sondern mindert auch das Infektionsrisiko für den Menschen.
Ist ein Pferd bereits an Tollwut erkrankt, so ist eine Impfung sowie Behandlung verboten.

 

Pferde-Influenza

Die Influenza, auch Pferde-Grippe genannt, ist eine schnell verlaufende und sehr stark ansteckende (hochkontagiöse) Allgemeinerkrankung, wobei die Atemwege bevorzugt befallen werden. Bereits nach einer sehr kurzen Inkubationszeit von 18 Stunden bis 3 Tagen kommt es zu einer schlagartigen Ausprägung des Krankheitsbildes. Auffällige Rötung der Schleimhäute mit sofort anschließendem wässrigen Nasen- und Augenausfluß, sowie kurzdauerndes hohes Fieber (bis über 40°C) fallen im Anfangsstadium auf. Das Hauptstadium ist charakterisiert durch trockenen, lauten, kräftigen und schmerzhaften Husten. Oft zeigen erkrankte Pferde zu diesem Zeitpunkt eine leichte Gelbfärbung der Schleimhäute, Muskelschmerz, Ödeme in den Gliedmaßen und Abgeschlagenheit. Wird eine strikte Arbeitsruhe und Streßvermeidung eingehalten (Faustregel: eine Woche pro Fiebertag), tritt bereits in komplikationslosen Fällen nach ein bis drei Wochen die Genesung ein. Sehr gefürchtet sind die Komplikationen der Influenza, als die wichtigsten sind bakteriellen Superinfektionen zu nennen. Sie können Spätfolgen wie dauerhafte Lungenschädigungen und Herzmuskelerkrankungen nachsichziehen.
Eine regelmäßige Schutzimpfung gegen Pferde-Influenza verhindert den Krankheitsausbruch oder führt zumindest bei Infektionen durch antigendriftveränderte Viren zu einem deutlich milderen Krankheitsverlauf. Wichtig ist, daß die eingesetzten Impfstoffe Antigenkomponente gegen die verschiedenen Influenza-A-Equi-Subtypen enthalten und außerdem den jeweiligen aktuellen Seuchenstamm (z.Z. Influenza A/Equi2/Newmarket/2/93) berücksichtigen.
Eine wirksame Bekämpfung der Pferde-Influenza ist wegen der sehr weiten Verbreitung nur durch eine regelmäßige Impfung der gesamten Pferdepopulation (einschließlich der Absatzfohlen, der 1-2 Jährigen und der pensionierten Pferden) möglich. Um das Risiko der Seuchenverbreitung zu drosseln, ist es mittlerweile für Sportveranstaltungen und Ausstellungen von den Pferdesportvereinigungen vorgeschrieben, dass nur Pferde mit ausreichendem Impfschutz teilnehmen dürfen.
Die Influenza-Impfung der Pferde nutzt auch der Gesundheit des Menschen. Denn Influenza-Infektionen von Pferd zu Mensch werden unterbunden und damit auch Mischinfektionen (Humane- und Pferde-Influenza-Ansteckung), die in seltenen Fällen durch Rekombinationen (Antigenshift) zum Entstehen ganz neuer Subtypen führen können.

 

Equine-Herpesvirus-Infektion

Für das Pferd konnten mittlerweile fünf verschiedene Herpesvirus-Stämme charakterisiert werden. Von großer Bedeutung sind vor allem das Equine Herpesvirus 1 (EHV 1) und das Equine Herpesvirus 4 (EHV 4).
Das EHV 1 (bekannt als der Erreger des Virusabortes und der Encephalomyelitis) kann Atemwegserkrankungen, Aborte, lebensschwache Fohlen und Lähmungen durch nervale Störungen mit evtl. Todesfolge verursachen, während das EHV 4 (bekannt als der Erreger der Rhinopneumonitis) hauptsächlich Atemwegerkrankungen hervorruft. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass auch das EHV 4 in seltenen Fällen Aborte und zentralnervöse Störungen auslösen kann.
Sowohl EHV 1– wie EHV 4–Infektionen verlaufen in einem hohen Prozentsatz klinisch nicht wahrnehmbar (inapparent). Dabei kann es zu einer zeitlich begrenzten als auch lebenslangen (persistierenden) Ansteckung kommen. Persistent infizierte Pferde gelten als Virusreservoire und bilden eine ständige Ansteckungsgefahr für andere Pferde, da sie klinisch unauffallig sind. Jederzeit kann es bei ihnen zu einer Reaktivierung der Infektion (z.B. durch Streß oder Immunsuppression) kommen. Als Folge kann es neben einer Virusausscheidung zur Aktivierung der oben aufgelisteten Krankheitsbilder führen.
Durch eine konsequente Impfung (siehe Impfschema) können nichtinfizierte Pferde vor einer Erstinfektion geschützt werden. Bei persistent infizierten Pferden kann durch die Impfung eine Reaktivierung der Erkrankung sowie die Virusausscheidung weitgehend verhindert werden..